Italienischer Botschafter besuchte Deutsch-italienischen Chor im Wichernhaus

Hoher Besuch im Wichernhaus: Im Rahmen einer Visite beim italienischen Konsulat in Freiburg besuchte der italienische Botschafter in Deutschland, Seine Eminenz Pietro Benassi, auch den Deutsch-Italienischen Chor, der seit eineinhalb Jahren in den Räumlichkeiten der Evangelischen Stadtmission Freiburg seine wöchentlichen Probenstunden abhält. Mit von der Partie waren der italienische Konsul in Freiburg, Frederico Lorenzo Ramaioli, und der Beauftragte für die italienischen Staatsbürger in Südbaden, Michele di Leo.

Der Einrichtungsleiter des Wichernhauses, Pfarrer Siegbert Thoma, begrüßte die Gäste und freute sich mit den beiden Koordinatoren Andrea Hein und Alessandro Spagnuolo über das ausgezeichnete Miteinander. Thoma lobte vor allem die Bereitschaft, auch für die Bewohnerinnen und Bewohner des Wichernhauses immer wieder einmal ein Konzert zu geben. „Der Deutsch-italienische Chor ist nicht nur eine Bereicherung für unser Haus, sondern für die gesamte musikalische Landschaft der Breisgau-Metropole.“ Den hohen Gästen überreichte Siegbert Thoma zur Erinnerung an den Besuch im Wichernhaus einen „süßen“ Freiburger Gruß.

Unter Leitung der Dirigentin Katy Nataloni  gab der 30 Sängerinnen und Sänger umfassende Chor im Anschluss mehrere italienischsprachige Liedbeiträge aus Schlagermetier und Oper zum Besten, die bei den Gästen hervorragend ankamen.

Auch S. E. Pietro Benassi freute sich über die beachtlichen gesanglichen Qualitäten des Deutsch-italienischen Chors. „In einer Zeit, in der in dieser Welt immer mehr Brücken zwischen Völkern und Nationen abgebrochen werden, bauen Sie hier in Freiburg durch Ihre Musik Brücken zwischen den Menschen.“ Dies habe durchaus vorbildhaften Charakter.

Alessandro Spagnuolo bedankte sich im Namen seiner Kollegin Andrea Hein wie auch aller Chormitglieder für den hohen Besuch und dankte ausdrücklich für die Möglichkeit, im Wichernhaus die wöchentlichen Chorproben abhalten zu können. Man fühle sich hier ausgesprochen wohl und wertgeschätzt.

Den anschließenden Umtrunk nutzten dann insbesondere die Sängerinnen und Sänger für einen lebhaften Austausch mit den Gästen.

Wertvolle Schulungen zum „Demenzikon“-Handbuch
Zuschuss aus Mitteln der „Woche der Diakonie“

Rund 120 Mitarbeitende aus den sechs Pflegeheimen der Evangelischen Stadtmission Freiburg nahmen von Oktober 2017 bis März 2018 an Schulungen des Bildungshauses der Diakonie Baden zum „Demenzikon“-Handbuch für Pflege und Betreuung von dementiell veränderten Menschen teil.

Die Pflegepädagoginnen Rita Burkhart und Cornelia Grünkorn brachten den Mitarbeitenden aus den Bereichen Pflege und Betreuung zwei Tage lang die Themen des Handbuchs nahe. Dabei ging es u.a. um Demenz im Alltag, die pflegerische Diagnostik, therapeutische Konzepte, Selbstreflektion und Selbstpflege. Von zentraler Bedeutung waren Fallbeispiele, die gemeinsam analysiert wurden.

Zu den Kosten für die Schulungen, die bei rund 19.300 Euro lagen, gab es einen Zuschuss 6.000 Euro aus Mitteln der „Woche der Diakonie“. Die Evangelische Stadtmission bedankt sich ganz herzlich für diese Unterstützung!

Frischer Wind im Wichernhaus

Heiß? Nein, sehr heiß! Die Suche nach frischem Wind ist an heißen Tagen vergeblich. Wie macht man aus dieser Situation in einem Seniorenpflegeheim etwas Erträgliches?

Im Wichernhaus-Stüble beim „Kreativen Treffpunkt“ werden unsere Bewohner und Bewohnerinnen sehr gerne „nützlich“ aktiv. Es besteht der Wunsch nach sinnvoller Tätigkeit, bei der verschiedene Handicaps ausgeblendet werden können.

So gestalteten sie im Juli 2017 Fächer-Rohlinge mit Wasserfarben  - für sich selbst, Mitarbeitende und Ehrenamtliche. Dieser farbig getupfte, karierte oder gestreifte individuelle Gruß wurde von allen Beschenkten im Wichernhaus freudig entgegengenommen.

„Heiß? Nein, sehr heiß!“ wird es zukünftig auf jeden Fall mit unseren farbenfrohen Fächern nicht mehr werden, die nicht nur frischen Wind für den Besitzer liefern, sondern auch dem Gegenüber vielleicht ein Lächeln oder Gespräch entlocken!

Kommen Sie vorbei, um vom frischen Wind zu profitieren! Vielleicht haben Sie ja auch Glück und es ist dazu noch etwas von der selbstgemachten Holunderschorle übrig.

Vera Feger
Diplom-Sozialpädagogin

Der Milchschaum macht's

Zum wöchentlich stattfindenden Gruppenangebot „Treffpunkt“ im Wichernhaus-Stüble gehört im Anschluss an eine „kreative Aktion“ immer die gemeinsame Kaffeerunde, verbunden mit dem Vorlesen der "Badischen Zeitung" und Gesprächen.

Begonnen hat alles mit dem Bemalen unserer großen Mandala-Tischsets, welche anschließend laminiert wurden und nun die jeweiligen Bewohnerzimmer schmücken. In den Gesprächen kamen wir auf das Thema Kaffee: heiß oder kalt, mit viel Milch, mit und ohne Zucker, Kaffeesorten, Bohne oder gemahlen, … hm, und der Kaffee im Restaurant …! Als ich nachfragte, sagten mir die Teilnehmer: naja, warmer Kaffee, … mit viel Milch, … und Milch wie Sahne … so wie Schaum... hm, die Augen leuchteten.

Mein Auftrag war definiert und wurde von unserem Einrichtungsleiter Herrn Thoma begrüßt und genehmigt. Ein Milchschäumer wurde gekauft! So staunten unsere Bewohner nicht schlecht, als beim nächsten Treffpunkt warmer Kaffee mit viel Milch, Milchschaum und mit Kakaopulver dekoriert serviert wurde. Reaktionen? „Da kommt man gern! Sahnig und cremig! S‘ist wie im Restaurant! Schmeckt nach mehr! Lecker! Ist etwa schon alle? An den kann man sich gewöhnen! So lecker, lecker – hm, viel zu gut! Gut, dass ich gekommen bin – gibt es das das nächste Mal auch? Spitzenmäßig, Madame, ich komme wieder!“ Bei solchen Reaktionen war es dann auch nicht verwunderlich, dass die Bewohner ein Tischset für Herrn Thoma gestalteten, um sich gebührend zu bedanken. Pst … natürlich mit einer gefüllten Kaffeetasse nur für ihn und mit viiiiiiel Milchschaum.

Das Ende der Geschichte? Gibt es nicht! Die Bewohner werden weiterhin in den Genuss von Milchschaum kommen. Um was geht es hier eigentlich? Leben lebenswerter zu gestalten durch kleine Dinge im Alltag, Aufmerksamkeiten, ein Lächeln, eine Zuwendung, richtiges Zuhören … und dann? Macht´s nicht nur der Milchschaum!

Vera Feger
Dipl. Sozialpädagogin in der Betreuung